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Usitawi zu Gast bei ALOCO: Wie ein Dokumentarfilm entsteht

Wie wird aus einer Idee ein Dokumentarfilm? Am 20. Oktober 2026 öffneten wir unsere Türen am Hirschengraben in Bern für einen Abend mit dem UsitawiNetwork. Verena Endtner gab Einblick in ihre Arbeit: von der ersten Recherche bis zur Veröffentlichung. Im Mittelpunkt stand das neue Filmprojekt «Gift im Stoff» von Kleidung, Mikroplastik und Menschen, die etwas verändern wollen.

Einblicke zur Entstehung von «Gift im Stoff».

Präsentation des Teasers.

Abendveranstaltung über Nachhaltigkeit und Film

Für einen Abend wurde unser Büro zum kleinen Kinosaal. Beim Usitawi-Abendanlass bei ALOCO ging es nicht nur darum, Filme anzuschauen, sondern auch zu verstehen, was hinter den Bildern steckt. Ein passendes Thema für den UsitawiNetwork Club Bern Zytglogge, der sich mit Nachhaltigkeit in unterschiedlichen Lebensbereichen beschäftigt und den Austausch darüber fördert. 

Unsere bisherigen Dokumentarfilme zeigen, wie unterschiedlich diese Geschichten sein können: «Glückspilze» erzählt von neuen Perspektiven durch einen Kinderzirkus, «Von der Rolle» hinterfragt die Rollenverteilung in Familien. «Die Frau mit den Bluthunden» führt in den Artenschutz im Kongo, «Vom Juristen zum Gewürzhändler» zum fairen Gewürzhandel auf Sansibar. Im Zentrum stehen Menschen, deren Entscheidungen gesellschaftliche Fragen greifbar machen.

Von der ersten Frage bis zum Kinofilm

Ein bedeutendes Thema allein ergibt noch keinen Dokumentarfilm. Am Anfang stehen Recherche, Begegnungen und die Suche nach Menschen, deren Geschichte wir über längere Zeit begleiten können. Was treibt sie an? Welche Widerstände erleben sie? Was steht für sie auf dem Spiel? Daraus entwickeln wir ein Filmkonzept. Für unsere freien Dokumentarfilme wählen wir die Themen selbst – unabhängig von einem Unternehmensauftrag.

Parallel beginnt die Finanzierung. Filmkonzept, Rechercheaufnahmen und Produktionsplanung müssen vermitteln, weshalb diese Geschichte erzählt werden soll und wie sie sich umsetzen lässt. Bei «Gift im Stoff» führt dieser Weg über zwei Etappen der Projektentwicklung bis zur Eingabe für die Herstellung. Die Produktion eines Films beginnt also lange vor den eigentlichen Dreharbeiten.

Beim Drehen folgen wir realen Entwicklungen. Dafür braucht es Vertrauen, Einfühlungsvermögen und Ausdauer: Ein unternehmerischer Durchbruch lässt sich ebenso wenig auf einen Drehtag bestellen wie ein entscheidender persönlicher Moment. Für «Gift im Stoff» ist eine Langzeitbeobachtung über rund drei Jahre vorgesehen. Anschliessend wird das Material im Schnitt gesichtet, ausgewählt und zu einer Geschichte verdichtet. Allein dafür rechnen wir mit etwa sechs Monaten. Tonbearbeitung, Farbkorrektur und Untertitel gehören ebenfalls zum Weg zum fertigen Film.

«Gift im Stoff»: drei Menschen, eine gemeinsame Herausforderung

Kleidung begleitet uns jeden Tag. Was sie hinterlässt, bleibt dagegen oft unsichtbar. Synthetische Textilien können bei der Herstellung, beim Tragen, Waschen und Entsorgen Mikroplastik freisetzen. Diese Belastung zu vermindern, verlangt Veränderungen entlang der gesamten Lebensdauer eines Kleidungsstücks.

Unser Dokumentarfilm «Gift im Stoff» verbindet dazu drei Perspektiven. Manuel Schweizer entwickelt mit OceanSafe eine kreislauffähige Alternative zu herkömmlichem Polyester und versucht, sie in der Textilindustrie zu etablieren. Der Molekularbiologe Roman Lehner untersucht Mikro- und Nanoplastik und macht die unsichtbare Belastung wissenschaftlich zugänglich. Sophia d’Agosto sucht mit Secondhand und veränderten Konsumgewohnheiten Wege aus der Wegwerfmode.

Dabei interessiert uns nicht nur, was diese Menschen erreichen wollen, sondern auch, was auf dem Weg dorthin geschieht. Welche Hürden muss ein neues Material überwinden? Was kann die Forschung belegen? Und was verändert sich tatsächlich im Alltag? Der Film soll keine einfachen Heilsversprechen liefern, sondern Entscheidungen, Widersprüche und mögliche Auswege sichtbar machen. Auch eine neue Faser allein löst das Problem des Überkonsums nicht.

Ein fertiger Film ist erst der Anfang

Mit dem unterzeichneten Koproduktionsvertrag mit SRF hat «Gift im Stoff» einen wichtigen Meilenstein erreicht. Die Dreharbeiten laufen weiter; der Start der Auswertung ist derzeit für Anfang 2028 vorgesehen. Geplant ist der Weg über Filmfestivals ins Kino und später ins Fernsehen und Streaming.

Doch wir möchten nicht nur Menschen erreichen, die ohnehin regelmässig Dokumentarfilme schauen. Kleidung betrifft auch Jugendliche, Familien, Schulen, Vereine und Menschen mitten im Berufsalltag. Damit der Film dort ankommt, braucht es passende Veranstaltungen, Begleitmaterialien und Partner. Diese Vermittlungsarbeit ist noch nicht vollständig finanziert.

Ein konkretes Vorhaben ist ein mobiles Minilabor für Schulen: SchülerInnen erkunden Textilfasern und diskutieren mit Forschenden über Mikroplastik. Anschliessend sehen sie den Film im Kino und vertiefen ihre Fragen im Gespräch mit Forschung und Filmteam.

Unterstütze «Gift im Stoff» mit einer Spende

Du möchtest dazu beitragen, dass «Gift im Stoff» Menschen erreicht und Gespräche über unseren Umgang mit Kleidung anstösst? Mit deiner Spende unterstützt du das Filmprojekt und seine Vermittlung – von der filmischen Arbeit bis zu Vorführungen und Bildungsangeboten. Der Spendenaufruf umfasst Dreharbeiten, Postproduktion sowie Bildung und öffentliche Vermittlung.

Spendenempfänger: ALOCO GmbH, 3011 Bern
IBAN: CH19 0900 0000 3026 9189 3
Mitteilung: Gift im Stoff

Einen ersten Einblick findest du im Teaser zu «Gift im Stoff». Danke an Usitawi und alle BesucherInnen für den Abend bei uns – und an alle, die unsere Arbeit weitertragen.

Weitere Blogartikel der Agentur über Fotografie, Film, Medientraining, Webdesign und Grafik

Der Blog der Werbeagentur, Filmproduktionsfirma, Grafikatelier und Webagentur reicht bis vor das Gründungsjahr 2004 zurück und ist in folgende Kategorien gegliedert:

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Kontakt:

Dan Aron Riesen, lic. rer. soc.
E-Mail: riesen[at]aloco[.]ch
Mobile: 079 222 78 45