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Videoschnitt mit KI

Künstliche Intelligenz kann heute nicht nur Texte und Bilder erzeugen, sondern auch Videomaterial analysieren und schneiden. Wir haben es mit Codex ausprobiert und einen kurzen Social-Media-Clip erstellen lassen. Das Resultat zeigt: Für einen Rohschnitt kann KI viel Arbeit abnehmen – die gestalterische und technische Schlusskontrolle bleibt jedoch unverzichtbar. Unser Test ist eine Momentaufnahme: Die Werkzeuge entwickeln sich schnell, und Resultate können je nach Material, Briefing und eingesetztem KI-Modell stark variieren.

Videoschnitt mit KI – was kann die Technologie bereits?

Codex erstellte aus vorhandenem Filmmaterial einen 20-sekündigen Social-Media-Clip in DaVinci Resolve.

Codex schneidet in DaVinci Resolve

Bei unserem früheren Experiment zur KI-Videoproduktion wurden Bilder, Musik und Stimme künstlich generiert. Dieses Mal ging es um eine andere Frage: Kann eine KI bereits vorhandenes Filmmaterial selbständig bearbeiten?

Codex erhielt dafür das Ausgangsmaterial sowie Vorgaben zu Inhalt, Wirkung, Länge und Verwendungszweck. Die Aufgabe liess sich in natürlicher Sprache formulieren. Auf dieser Grundlage analysierte die KI das Material, entwickelte einen Schnittvorschlag und setzte ihn in DaVinci Resolve um. Auch Änderungswünsche konnten anschliessend als weitere Textanweisungen eingegeben werden.

Damit unterscheidet sich dieses Verfahren von automatischen Schnittvorlagen. Die KI führt nicht nur vorgegebene technische Abläufe aus, sondern versucht, das Material inhaltlich zu verstehen und daraus einen zusammenhängenden Clip zu entwickeln.

Je genauer das Briefing ausfällt, desto besser wird das Resultat: Welche Aussage soll der Film vermitteln? Wer ist die Zielgruppe? Wie lang soll der Clip werden? Welche Stimmung und welches Tempo sind gewünscht? Und für welches Social-Media-Format wird er produziert?

Technisch überzeugend, editorisch noch begrenzt

Codex kann Videomaterial analysieren, Personen und Objekte erkennen, Dateien ordnen und Schnittvorschläge umsetzen. Dass eine KI auf sprachliche Anweisungen reagiert und daraus direkt in einem professionellen Schnittprogramm eine Videosequenz erstellt, ist technisch bemerkenswert.

Die grössere Herausforderung liegt jedoch nicht beim Setzen der Schnitte, sondern bei der Auswahl: Welche Einstellung ist wirklich relevant? Welcher Moment trägt die Geschichte weiter? Wie lange muss ein Bild stehen bleiben? Und welche Bedeutung entsteht durch die Verbindung mit der nächsten Einstellung?

Hier fehlt der KI noch das inhaltliche und dramaturgische Urteilsvermögen. Ein Schnitt kann formal funktionieren und trotzdem beliebig wirken. Die KI erkennt zwar sichtbare Vorgänge, versteht aber nicht zuverlässig, welche Bedeutung ein Moment für die Geschichte, die dargestellten Menschen oder das Unternehmen hat.

Auch präzise Prompts lösen dieses Problem nur teilweise. Sie verbessern das Resultat, ersetzen aber weder die sorgfältige Sichtung des Materials noch eine bewusste editorische Haltung.

Wann sich KI beim Videoschnitt lohnt

Sinnvoll kann KI bei kurzen, klar definierten Formaten sein: Social-Media-Clips, einfache Statements, Making-of-Videos, Veranstaltungseindrücke oder unterschiedliche Varianten eines bestehenden Films.

Wenn das Material bereits gut vorselektiert ist und die Aufgabe einem klaren Muster folgt, kann die KI einen brauchbaren Rohschnitt erstellen. Sie übernimmt repetitive Arbeit, setzt erste Schnittfolgen um und ermöglicht es, verschiedene Varianten schnell auszuprobieren.

Das spart vor allem bei regelmässig produzierten Inhalten Zeit. Die gewonnene Zeit kann in Konzeption, gestalterische Verfeinerung und Qualitätskontrolle investiert werden.

Weniger geeignet ist das Verfahren bei umfangreichem, unsortiertem Material. Je mehr Aufnahmen gesichtet, inhaltlich gewichtet und zu einer eigenständigen Geschichte verdichtet werden müssen, desto weniger zuverlässig arbeitet die KI. Ein schneller KI-Schnitt ist zudem nur dann effizient, wenn seine Überarbeitung nicht mehr Zeit beansprucht als ein professioneller Schnitt von Anfang an.

Warum es weiterhin erfahrene EditorInnen braucht

Bei längeren Imagefilmen, Unternehmensporträts und dokumentarischen Produktionen ersetzt KI keine professionellen EditorInnen. Solche Filme entstehen nicht durch das blosse Aneinanderreihen technisch passender Bilder. Sie benötigen eine dramaturgische Idee, ein Gefühl für Rhythmus sowie ein Verständnis für Menschen, Zwischentöne und emotionale Entwicklungen.

Auch ein kurzer KI-geschnittener Social-Media-Clip braucht eine abschliessende Kontrolle: Stimmen Auswahl, Timing und Bildanschlüsse? Funktionieren Ton, Musik, Untertitel und Farbgestaltung? Sind Texte und Logos korrekt? Passt der Film zur Marke und vermittelt er tatsächlich die beabsichtigte Aussage?

Unser Fazit: KI kann den Rohschnitt beschleunigen und bei klar begrenzten Aufgaben wertvolle Vorarbeit leisten. Die finale Auswahl, gestalterische Verdichtung und Qualitätskontrolle gehören jedoch weiterhin in die Hände erfahrener EditorInnen.

Videos effizient für Social Media produzieren

Wir verbinden neue KI-Werkzeuge mit professioneller Konzeption, Videoproduktion und Postproduktion. So setzen wir künstliche Intelligenz dort ein, wo sie einen echten Effizienzgewinn bringt – ohne bei Aussage, Gestaltung und technischer Qualität Kompromisse einzugehen.
Gerne prüfen wir, welche Produktionsweise sich für Ihr Projekt eignet. Schreiben Sie uns eine E-Mail oder rufen Sie uns unter 031 351 45 35 an.

Mit KI geschnittenes Social-Media-Video

Ein Social Media Video mit KI geschnitten.

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